Wer ein hochwertiges Druckprodukt plant, steht schnell vor einer grundlegenden Entscheidung: Ist es sinnvoll, für das Magazin in einen separaten Umschlag mit dickerem Papier zu investieren? Oder kann ich das gesamte Magazin mit dem gleichen Papier produzieren?
Ein zusätzlicher Umschlag bedeutet höhere Produktionskosten, doch dieser Mehraufwand zahlt sich fast immer aus. Ein Umschlag bietet entscheidende Vorteile, die Ihr Produkt aufwerten:
- Schutz: Er bewahrt den Innenteil vor Schmutz und Abnutzung.
- Wertigkeit: Ihr Produkt wirkt sofort professioneller, langlebiger und exklusiver.
- Haptik: Ein edles Papier fühlt sich gut an und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.
- Individuelle Gestaltungs- und Veredelungsmöglichkeiten: Stanzung, Perforation, Klappseiten, Lackierung, Folierung… – nahezu unendlich.
Damit das Endergebnis perfekt wird, müssen Umschlag und Inhalt aufeinander abgestimmt sein.
Die Papierqualität: Das Zusammenspiel von Inhalt und Umschlag
Die Beschaffenheit des Umschlags sollte mit dem Innenteil harmonieren. Haben Sie beispielsweise ein sehr mattes, natürliches Papier im Innenteil, wirkt ein hochglänzender Umschlag oft deplatziert. Das haptische Erlebnis sollte sich wie aus einem Guss anfühlen.
Das Papiergewicht: Auf das richtige Verhältnis kommt es an
Das Verhältnis der Grammaturen (Papiergewichte) zwischen Inhalt und Umschlag entscheidet über die Stabilität und das Aufschlagverhalten Ihrer Broschüre oder Ihres Katalogs. Ein klassischer Fehler ist ein zu schwerer Innenteil bei einem zu leichten Umschlag – das Produkt verliert dadurch seine Form und Stabilität.
Als Faustregel gilt: Der Umschlag sollte immer ein deutlich höheres Papiergewicht aufweisen als der Inhalt (z. B. 135 g/m² im Innenteil und 250 g/m² oder 300 g/m² für den Umschlag).
Sinnvolle Grenzen beim Papiergewicht
Mehr Gewicht bedeutet nicht automatisch mehr Qualität. Beim Papiergewicht des Umschlags gibt es technische und funktionale Grenzen. Ist das Papier des Umschlags zu dick, lässt sich das Produkt nur noch schwer aufschlagen oder bleibt nicht flach liegen. Zudem steigen ab bestimmten Grammaturen die Versandkosten durch das höhere Gesamtgewicht an.
Achtung beim Falzen: Die Gefahr des Brechens
Ein schwerer Umschlag bringt ein physikalisches Risiko mit sich: die Gefahr des Brechens am Falz. Wenn dickes Papier gefaltet (gefalzt) wird, können die Papierfasern und der Farbauftrag an der Kante aufplatzen. Das sieht unschön aus und wirkt unprofessionell.
Um dieses „Aufbrechen“ am Rücken zu verhindern, wird der Umschlag vor dem eigentlichen Falzvorgang gerillt oder genutet. Ab einer Grammatur von 170 g/m² ist diese Vorbehandlung unverzichtbar.
Besonderes Phänomen im Heatset-Rollendruck
Haben Sie sich schon einmal gewundert, warum bei manchen Broschüren der Inhalt leicht über den Umschlag hinausragt? In der Druckbranche nennen wir dieses Phänomen „Auswachsen“. Warum das passiert und wie Sie es bei Ihren Projekten verhindern, erklären wir Ihnen kompakt in unserem Blogartikel: Auswachsen von Druckprodukten.

Vielfältige Möglichkeiten der Veredelung
Ein separater Umschlag eröffnet die Möglichkeit für eine Erhöhung der Wertigkeit als auch dem Schutz des Druckproduktes. Auch dafür finden Sie detaillierte Informationen in unserem Blog: Veredelung von Druckprodukten.

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